16.11.2018
Vernissage Experimentelle Fotografie und Pixel-Art
von Hans-Wilhelm Acquistapace

Der Meppener Kunstkreis e.V. möchte mit seiner kommenden Ausstellung, die am Freitag den 16. November um 19.00 Uhr eröffnet wird, das künstlerische Werk eines seiner Gründungsmitglieder, des Fotografen und Architekten Hans-Wilhelm Acquistapace würdigen.

Die bis zum 20.01.2019 präsentierten Arbeiten beginnen mit einer besonderen Feststellung im Medium der Fotografie: Makrofotografien von Seifenblasen, Haushaltsfolie oder Kristallen. Im Realisierungsprozess von Hans-Wilhelm Acquistapaces Werken wurde die ursprüngliche Bildlichkeit im Fotolabor durch den Effekt der Tontrennung bei gleichzeitiger Tonwertreduktion zu sogenannten Isohelien oder Solarisationen verändert.

Seitdem interpretiert der Fotokünstler immer wieder neu. Im Laufe seines experimentierfreudigen Arbeitens entstehen mittels digitaler Weiterbearbeitung auf freie Weise Zufallsformen, denen Hans-Wilhelm Acquistapace genügend Raum lässt, um neue Ideen aufzunehmen und zu verwerfen, bis die endgültige Form und Farbgebung Gestalt annimmt.

Seine neuesten Kompositionen halten auch figürliche Sichtbarkeiten bereit, die auf Pixelgröße reduziert die Fantasie des Betrachters anregen. Durch Integration oder Verfremdung digitaler Inhalte kreiert Hans-Wilhelm Acquistapace ausdrucksstarke Bildwelten. Es wird etwas zum Verschwinden gebracht, um neues durchscheinen zu lassen. Das Resultat: Ästhetische Intensität eigener Art.

                                                                                                                        Britta Acquistapace M.A.

Vernissage:

Zur Begrüßung spricht Ulla Kleinlosen (Vorsitzende des Meppener Kunstkreises). Die Einführung in die Ausstellung gibt Britta Acquistapace (Kunstwissenschaftlerin).

31.08.2018 - 28.10.2018
Verena Schöttmer / Yala Juchmann: a kiss is just a kiss

Während Yala Juchmann Farbe durch eine Wachs-Tusche-Technik auf den Leinwandträger aufträgt, entnimmt Verena Schöttmer die Farbe dem Leinwandträger, indem sie Stoffe wie Samt oder Jeans mit Chlor bemalt und so eine Ausradierung/Bleichung vornimmt.

Diese Techniken/Herangehensweisen, die konträr zueinanderstehen, bilden den Ausgangspunkt für die Ausstellung der beiden Künstlerinnen (HH/B).

Yala Juchmann fertigt aus einem Fundus an Formen kompositorische Malereien an. Den Bil-dern liegt die Auseinandersetzung mit dem gestalterischen Aufbau von Wappen und Flaggen zugrunde. Ohne symbolhafte Wiedererkennung anzustreben, werden die Elemente ihrer ur-sprünglichen Umgebung enthoben und auf formaler Ebene verhandelt. Die Kompositionen entstehen durch Schichtung: Auftragen und Wegnehmen, Versiegeln und Auswaschen. Dabei nutzt sie die gegensätzlichen Eigenschaften von Wasser und Wachs und bannt diese auf dem Bildträger. Im Prozess der Bildfindung löst das Material die Symbole der Heraldik ab.

Während Yala Juchmann Farben schichtet, aufträgt, wieder auswäscht, um sie gleich wieder aufzutragen, unternimmt Verena Schöttmer einen Austrag von Farbe.

Sie verwendet Samt oder Jeansstoff, unternimmt eine unsichtbare Malerei (Chlor ist farblos, wenn man es aufträgt) und läßt das, was sich unter der eigentlichen Farbe des industriell gefertigten Stoffes befindet, sichtbar werden.

So wird beispielsweise die Komplementärfarbe orange sichtbar, wenn man Chlor auf blauen Samt aufträgt. Diese Herangehensweise ist ein Spiel mit dem Sichtbaren, vor allem aber mit dem Verborgenen. Ein Gedanke, der sich wie ein roter Faden durch ihre Arbeit zieht - meist in Form von Installationen. Auf formaler Ebene erinnert es an das Vorgehen einer Bildhauer*in: Material abtragen.

Yala Juchmann und Verena Schöttmer möchten in der Ausstellung im Meppener Kunstkreis Arbeiten ihrer entwickelten Techniken ausstellen und sich aufeinander beziehen.

Die Arbeiten sollen zwei Positionen bilden, die gleichsam frontal aufeinanderstoßen, wie sie sich miteinander verweben und sich gegenseitig untersuchen.

 

Gefördert von der Emsländischen Landschaft

Fotos der Vernissage

21.06.2018 - 12.08.2018
Peter Gaymann - Cartoons
Peter Gaymann
Peter Gaymann, geb.1950 in Freiburg im Breisgau, gehört zu den erfolgreichsten und beliebtesten Cartoonisten in Deutschland. Nach dem Abschluss seines Studiums (Sozialpädagogik) in seiner Heimatstadt beschloss er bei einer Tasse Kaffee, seiner künstlerischen Leidenschaft nachzugehen und machte sich 1976 als humoristischer Zeichner selbstständig. Seitdem wurden über 70 Bücher von und mit ihm veröffentlicht, viele davon wurden Bestseller. Seine Markenzeichen wurden die Hühner, die mit dem Kürzel P.GAY in Zeitschriften und Zeitungen, auf Postkarten, Kalendern, Poster und Radierungen der breiten Öffentlichkeit bekannt wurden. 2014 wurde ihm die Ehre zuteil, nach Janosch und Loriot für die Deutsche Post mit einer Auflage von 70 Millionen zwei Briefmarken zur Osterzeit zu entwerfen. Die Liste von Publikationen in Zeitungen und Zeitschriften ist lang. Für die Frauenzeitschrift „Brigitte“ arbeitet er seit 1990. Seither bringt er in jedem Heft alle zwei Wochen in der Reihe „Die Paar Probleme“ die Herausforderungen im Zusammenleben von Mann und Frau auf den Punkt.
Peter Gaymann hat zwei große Kinder und zwei kleine Enkel und lebt mit seiner Frau in Köln. Neben seiner Familie liebt er Italien besonders Rom. Hier hat er mal 5 Jahre gewohnt.

Gefördert durch die Johann-Alexander-Wisniewsky Stiftung, die Stadt Meppen und die Sparkasse Emsland, sowie private Sponsoren aus dem Emsland.
08.04.2018 - 10.06.2018
Entdecker - Jahresausstellung der Kunstschule
Im Kunstschulprogramm „Entdecker“ ist die Kunstschule mit den Teilnehmern auf eine ästhetische Entdeckungsreise gegangen. Sowohl in der Kunst, als auch in der Natur gab es dabei viel zu entdecken. Kinder sind von sich aus geborene Forscher und Entdecker. Im Ausprobieren, Gestalten und Experimentieren erschließen sie sich aktiv ihre Umwelt. Die Kunstschule ist der geeignete Ort, diesen Entdeckergeist zu fördern, ästhetisches Entdecken zu unterstützen und als Grundlage für aktives Gestalten zu nutzen.
Mit dem Thema Entdecker hat sich die Kunstschule auch an die Mitmachausstellung im benachbarten Emsland Archäologie Museum angelehnt. Unter dem Titel „Karte, Kompass, Karavelle – Aufbruch in fremde Welten“ widmete sich das Museum den Entdeckungen          vom 15. bis zum 18. Jahrhundert und bot damit Impulse für die Kurse der Kunstschule.
09.02.2018 - 25.03.2018
Vera Kattler - Vom Sammeln des Flügelschlags

Nicht mit üblichem Capital-Letter eines Substantives, sondern als kleiner "flügelschlag" steht er da geschrieben: der Name, den die Künstlerin Vera Kattler ihren querformatigen,14,8x21cm messenden Papier-Arbeiten gegebenhat. Sind die Werke im klassischen DIN A5-Format zwar klein, so kommen sie aber in 1000facher Variation vor. Rhythmisch wiederkehrend, pulsierend, in hoher Schlagfrequenz.

Seit Monaten sammelt die Künstlerin ihre geflügelten Wesen in dunkler Tusche auf rein weißem Papier. Meist streng, mittig angeordnet sehen wir die Idee von Fliege,Biene, Motte, Schmetterling, Käfer, Libelle, Ameise, Wanze, Heuschrecke. Vielleicht sogar die Anspielung eines Kolibris oder einer kleinen Fledermaus?

Vera Kattler betont, dass es ihr nicht um die biologisch-wissenschaftliche Darstellung von Insekten geht, obwohl der erste Eindruck tatsächlich ist: Eine Insektensammlerin bannt hier die Tiere auf den Seziertisch. Wie einst schon die Künstlerin und Naturforscherin Maria Sibylla Merian in ihrem Hauptwerk "Metamorphosis insectorum Surinamensium" (Verwandlung der surinamischen Insekten).

In ihrem großen Gesamtwerk, in dem es immer um das Tierhafte, das Fremde im Anderen und vor allem um das Fremde im eigenen Bewusstsein geht, spielt das Serielle eine große Rolle. Das Einzelwesen wirkt oft unscheinbar, verloren und fragil. In der außerordentlichen Menge ist es aber unheimlich und komisch zugleich.


Gefördert durch die Emsländische Landschaft mit Mitteln des Landes Niedersachsen.